
Wir sind eine Gruppe von Eltern und Pädagogen, die sich auf der Suche nach einer zukunftsfähigen und an den Lernbedürfnissen der Kinder orientierten Pädagogik zusammenfanden.
Wir wollen einen Kindergarten/-haus, eine Grundschule und eine weiterführende Schule sowie ein Zentrum für Eltern-Bildung kurzum ein „umfassendes Haus des Lernens" - ein Lernwerk - aufbauen.
Das Ziel unserer Einrichtungen ist, den Kindern und Eltern vielfältige Möglichkeiten zu bieten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihr volles Potential zu entfalten.
Kinder sind neugierig und wissensdurstig. Sie wollen lernen - wir müssen sie nicht dazu überreden, manipulieren, motivieren, noch mit Noten oder Bewertungen dazu zwingen.
Wir vertrauen in die Fähigkeit unserer Kinder, selbst zu entscheiden, welche Lern- und Lebenserfahrungen in jedem Moment wichtig sind für sie. Wir vertrauen darauf, dass sie so alles Notwendige für ihr Leben lernen, ihren Weg finden, so wie wir unseren Weg gefunden haben und immer wieder finden.
Kinder sind von Natur aus soziale Wesen, die sich in der Gesellschaft, in der sie leben, eingliedern wollen. Sie wollen nicht nur das lernen, was die erwachsenen Mitglieder ihrer Gesellschaft tun, sie wollen auch wissen, wie die Erwachsenen sind und im Kontakt mit den Erwachsenen deren persönliche Wünsche, Werte und Grenzen erfahren. Daher sind sie darauf angewiesen, dass sie Raum zum Beobachten, Experimentieren und Entdecken haben.
Ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild legen wir Wert auf eine bewusste Förderung des anerkennenden Umgangs mit sich selbst und anderen.
Lernen beginnt nicht erst in der Schule - unsere Kinder sollen von Anfang an die Möglichkeit haben, ganzheitlich zu lernen .
Bei vielen Kindern besteht oft schon im Vorschulalter ein Interesse (eine sensible Phase) für Schreiben und Lesen. In unserem Kinderhaus haben die Kinder die Möglichkeit - unterstützt durch Montessori-Material - sich in einem Alter, in dem die Hand noch sehr beweglich ist und die häufige Wiederholung ein Bedürfnis, mit diesen Kulturtechniken vertraut zu machen. Das Bedürfnis, sich sprachlich zu üben wird durch Reime, Lieder und Geschichten erzählen erfüllt. Auch fremde Sprachen können die Kinder schon im Kinderhaus spielerisch kennenlernen und so die Wahrnehmungsfähigkeit für unvertraute Laute erhalten.
Gemeinsames Singen und Musizieren macht Freude und trägt zum Wohlfühlen bei, darüber hinaus wird dadurch Gehör und Artikulation geschult. Die Entwicklung eines sicheren Rhythmusgefühls ist die Basis des mathematischen Denkens. Deshalb singen wir häufig und musizieren mit Orff-Instrumenten.
Bewegung ist ein grundlegender Baustein für eine gesunde Entwicklung im Bereich von Körper, Gefühlen, sprachlichen Fähigkeiten, mathematischem Denken, Intelligenz und last not least macht es Kindern einfach Spaß! Deshalb gibt es viele anregende Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren, Rutschen, Bauen, Schaukeln und Spielen mit Wasser und Sand.
Die Feinmotorik wird nicht nur beim Wasserschütten geübt, sondern auch beim Basteln, Gemüseschneiden in der Küche und bei der Arbeit mit Montessori-Material.
Den kindlichen Bedürfnissen entsprechend gibt es im Kinderhaus auch eine vorbereitete Umgebung für Rollenspiele z.B. eine Puppenküche, Arztkoffer, Verkleidungssachen usw.
Montessori-Sinnesmaterial ermöglicht eine differenzierte Entwicklung der Sinne.
Ein wichtiger Teil im Kinderhaus sind auch die Übungen des täglichen Lebens.
Kinder im Vorschulalter beteiligen sich oft mit Begeisterung an den Haushaltsarbeiten - nicht unbedingt zielgerichtet auf ein Ergebnis hin - sondern einfach aus Freude am Mit-tun und sich üben. Deshalb backen und kochen wir mit den Kindern und geben ihnen Gelegenheit, sich an den notwendigen Haus- und Gartenarbeiten zu beteiligen.
Viele praktische Handlungen bilden die Grundlage für mathematisches Denken, eine Strukturierung dieser „konkreten Operationen“ (nach Piaget) kann durch die Arbeit mit erstem Montessori-Mathematik-Material stattfinden.
Durch die Möglichkeit, im eigenen Tempo (!) schon Teile des Lehrplans der ersten Klasse zu erarbeiten gewinnen die Kinder später in der Montessori-Schule Zeit für andere Aktivitäten oder können je nach ihrer persönlichen Reife auch vorzeitig eingeschult werden.
Diese verschiedenen Aktivitäten fördern die Kinder im Bereich von Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften und bereiten sie emotional und sozial auf die Schule vor.
Im Kinderhaus üben die Kinder schon sich zu entscheiden, welcher Tätigkeit sie sich zuwenden. Diese Übung - zu entscheiden was für mich passt, was für mich richtig ist - ist die wichtigste Vorbereitung für aktives Lernen und für ein Leben in Selbstständigkeit.